Die brennendsten Fragen zur stadt.regio.tram. - für Sie beantwortet

 

Wie wird die stadt.regio.tram den Verkehrsfluss durch Gmunden beeinflussen?

Die Straßenbahn fließt mit dem Verkehr auf der rechten Fahrspur, wie ein Bus. Zudem wird sie von der Ampelregelung bevorzugt, wodurch sie den Straßenraum vor sich quasi „freiräumt“. Moderne Straßenbahnen beschleunigen und bremsen effektiver als ein Bus, sodass ein Mitfluss im Verkehr durchaus möglich ist. Die Stadt Gmunden plant für 2017 im Bereich zwischen Klosterplatz und Grabenkreuzung eine verkehrsberuhigte Zone, sodass sich ohnehin die Prioritäten, weg vom Durchzugsverkehr, verschieben werden.

Wird es nach dem Start der stadt.regio.tram weniger Busse am Rathausplatz geben?

Mit Betriebsaufnahme werden am Rathausplatz die öffentlichen Verkehrsmittel wegen der raschen Taktung nicht mehr „zusammenwarten“ müssen, sodass eine maximale Aufenthaltsdauer von 20 bis 30 Sekunden realistisch ist. Die querenden Buslinien werden zum Teil verlegt, die Schulbusse großteils durch die Straßenbahn ersetzt. Es wird also eine Entspannung der Ist-Situation zu erwarten sein.


Passt die Straßenbahn durch das Trauntor?

Die Straßenbahn in der bestellten Bauweise kann das Trauntor problemlos ohne Gebäudeumbauten passieren.

Wieso muss die Traunbrücke neu gebaut werden?

Die Traunbrücke steht auf mehr als 100 Jahre alten Holzpfahlfundamenten. Eine Garantie wird von Statikern für die Zukunft nicht mehr übernommen. Im Jahr 2015 geht die Brücke mit der B120 ins Eigentum der Stadt Gmunden über. In spätestens ca. 10 bis 15 Jahren ist ein Neubau unumgänglich. Es ist technisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll, die aktuelle Brücke, deren Belastbarkeit deutlich unter den heutigen Normanforderungen liegt, zu verstärken.


Was bedeutet die Durchbindung der Straßenbahn für die ansässigen Unternehmen?

Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass eine Straßenbahnlinie zur Attraktivierung von Geschäftsbereichen beiträgt. Dies nicht nur, weil in den Haltestellenbereichen mehr Personenfrequenz erzeugt wird, sondern auch, weil die Schaufenster für Straßenbahnbenützer im Gegensatz zu Autofahrern fast immer im Blickfeld liegen. Es wird an den Unternehmen liegen, diesen Effekt positiv zu nutzen.

Wie sicher sind die Innenstadtgebäude?

Die Tatsachen kleiner Fundamente bei einigen Häusern, sowie die hohe Sensibilität und die Untergrundverhältnisse selbst sind bekannt und werden in der Projektierung berücksichtigt. Es ist dem Projekt-Team ein besonderes Anliegen, dass an den historischen Gebäuden der Altstadt durch die Baumaßnahmen keine Schäden entstehen. Letztendlich führen solche Schäden immer zu Streitigkeiten und hohen ungeplanten Kosten. Grundsätzlich ist die Gefahr für die Bauwerke zu relativieren, da im Zuge der stadt.regio.tram-Bauarbeiten weniger tief gegraben wird, als in der Vergangenheit bei der Verlegung der bestehenden Einbauten schon gegraben wurde. Insbesondere wird die am tiefsten liegende Leitung, der Kanal, von innen saniert und nicht aufgegraben.

Im Team sind selbstverständlich auch Geologen und Statiker vertreten, die die Sicherung der Häuser mitbegleiten. Etwaige Maßnahmen zur Stabilisierung von Liegenschaften mit potentiell unzureichender Fundamentierung werden im Rahmen der Detailplanung individuell für die betroffene Liegenschaft unter Einbeziehung der Anrainer festgelegt (z.B.: Injektionsverfahren, Unterfangungen etc.). Um auf Nummer sicher zu gehen, wird während der gesamten Bauzeit eine Erschütterungsüberwachung durchgeführt. Drohen die Richtwerte überschritten zu werden, wird der Bauablauf entsprechend geändert. Zusätzlich werden vor Baubeginn alle Gebäude in der Nähe der Trasse einer umfangreichen Beweissicherung unterzogen.

 
Womit müssen Unternehmen während der Bauzeit rechnen?

Eine gewisse Beeinträchtigung durch z. B. Baulärm ist natürlich gegeben. Für Unternehmen, unmittelbar an der Streckenführung, wird aber gewährleistet, dass Fußgänger und Passanten weiterhin freien und unproblematischen Zugang haben. Selbstverständlich sind die Unternehmen auch für Lieferanten erreichbar.


Mit der Lokalbahn und der Straßenbahn fährt doch nie jemand!?

Die Zahl der verkauften Fahrkarten beweist, dass das nicht ganz so ist. Allerdings ist auch klar, dass bisher das vorhandene Potenzial an Fahrgästen nur schwach ausgeschöpft ist und das derzeit bestehende Angebot für viele Menschen offenbar nicht attraktiv genug ist. Aber genau das ist ein wesentlicher Grund FÜR das stadt.regio.tram.-Projekt, da es sich daran orientiert, den Bedürfnissen und Ansprüchen der Menschen in der heutigen Zeit endlich gerecht zu werden.

Ein verbessertes Angebot - Barrierefreiheit, mehr Komfort, bessere und zum Teil umsteigefreie Erreichbarkeit von wichtigen Zielen, eine dichtere Fahrplantaktung und der Betrieb auch bis in die Abendstunden - macht die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln für potenzielle Fahrgäste viel attraktiver.
Die Potenzialanalyse von Snizek & Partner, welche vom Land OÖ in Auftrag gegeben wurde, sagt genau das aus.

Und dafür, dass solch ein verbessertes Angebot auch angenommen wird und die Fahrgastzahlen sehr deutlich ansteigen lässt, gibt es bereits viele Beispiele in anderen Städten.


Ist die Straßenbahn im Zentrum gefährlich für Radfahrer und Fußgänger?

Sowohl die Erfahrung mit Straßenbahnlinien in Fußgänger- und verkehrsberuhigten Zonen als auch die Verkehrsunfallstatistik lassen diesen Schluss nicht zu.
Dass schon das bloße Vorhandensein von Schienen für eine gewisse Grund-Achtsamkeit dieser Verkehrsteilnehmer sorgt, stellt sogar einen Sicherheitsaspekt dar.


Wodurch profitieren Radfahrer von der stadt.regio.tram?

Die neuen Wagen sind so konzipiert, dass die Straßenbahn auch als „Aufstiegshilfe“ für Radfahrer dienen kann. Ein völlig neues Mobilitätsgefühl: Bergauf mit der Bahn, bergab mit dem Rad!


Wodurch profitieren körperlich beeinträchtigte Menschen von der stadt.regio.tram?

Sämtliche Fahrzeuge und Haltestellen werden barrierefrei ausgerüstet. Dies kommt auch älteren Personen sowie Familien mit Kinderwägen zu gute. Die Durchbindung sorgt schließlich auch dafür, dass das Zentrum mit seinen Geschäften, Lokalen und Sehenswürdigkeiten direkt ohne längere Fußwege erreicht werden kann. Dies schenkt Betroffenen spürbar mehr Flexibilität und Unabhängigkeit.



Würden die Gelder, wenn nicht in Gmunden, dann anderswo eingesetzt?

Die Förderungen sind alle projektbezogen und kein Geldgeschenk. Das bedeutet, dass die Gelder im Falle des Verzichts Gmundens anderswo investiert werden würden. Projekte, die begehrlich auf die für Gmunden reservierten Mittel blicken gibt es zwischen Bad Ischl und Linz zuhauf.


Gemeinde und Land machen das alles doch nur für Stern & Hafferl!?

Das stadt.regio.tram.-Projekt ist ein Projekt des Landes OÖ und der Stadtgemeinde Gmunden. Die Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft ist lediglich die Betreiberfirma. Wie bei Bauprojekten üblich, wurde auch dieses Projekt öffentlich und EU-weit vergaberechtlich ausgeschrieben und ist zur Gänze dem österreichischen Vergabegesetz (Bundesvergabegesetz) unterstellt. Dies gilt sowohl für die Bau- als auch für die Planungsaufträge.
Mit den Geldgebern ist vertraglich vereinbart, dass der Verlauf des Projekts laufend von einem Kontrollgremium sorgfältig geprüft wird und regelmäßig Berichte darüber an das Land OÖ und die Stadtgemeinde Gmunden ergehen.

Sind die Anschaffungskosten der Garnituren auch in den 30 Millionen Euro enthalten?

Mit 01.01.2006 trat das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG) in Kraft, welches die Gleichstellung von Personen mit Behinderungen ganz generell in allen Lebensbereichen regelt. Bis Ende 2015 muss daher die Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen – so auch im öffentlichen Verkehr – gewährleistet sein. Die Anschaffungskosten neuer Triebfahrzeuge und Garnituren fällt daher nicht in die projektbezogene Finanzierung sondern ist unabhängig von dieser zu betrachten, da diese Investition in jedem Fall erfolgen muss – mit oder ohne Durchbindung.


Warum lässt man nicht alles so, wie es ist?

Es kann gar nicht bleiben, "wie es ist", selbst wenn man es wollte. Weil mit dem Ablauf der Übergangsfristen des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes alle öffentlichen Verkehrsmittel barrierefrei sein müssen. Das bedeutet, dass die bestehende, technisch nicht barrierefrei adaptierbare Straßenbahn ab diesem Zeitpunkt eingestellt werden müsste.
Für den Betrieb neuer Fahrzeuge auf der alten Infrastruktur fehlt das entsprechende Umfeld und es müssten für beide Strecken jeweils neue Remisen und neue Werkstätten gebaut werden, was wirtschaftlich untragbar wäre. Durch die Durchbindung können alle Fahrzeuge in der Werkstätte in Vorchdorf gewartet werden und Gmunden behält somit die Straßenbahn als eines seiner weltbekannten Wahrzeichen.